Das Coronavirus und die Maßnahmen zu dessen Bekämpfung haben die Arbeit der sozialen Dienste massiv verändert. Der Krisenmodus erforderte von allen Beschäftigten einen  Einsatz bis an die Belastungsgrenzen und zeigte, wie essenziell soziale Berufe für das Funktionieren unserer Gesellschaft sind.

„Lasse niemals eine ernsthafte Krise ungenutzt verstreichen“ (Rahm Emanuel)

Einem Brennglas gleich legte die Corona-Krise bereits vorher bestehende Probleme offen und verstärkte sie. Zugleich ist sie ein Antreiber der Digitalisierung; digitale, flexible und dezentrale Arbeitsformen wurden durch sie rasant befördert. Um der Fülle an Herausforderungen begegnen zu können, wurde in allen Bereichen flexibel und kreativ nach innovativen Lösungen gesucht.

Richtungsentscheidungen für zukunftssichere und krisenfeste soziale Dienste

Welche Lehren ziehen soziale Dienste aus der Pandemie und wie kann es gelingen, unter Nutzung verschiedener Finanzierungsinstrumente zukunftssichere und krisenfeste soziale Dienste zu schaffen? Wie können Personenzentrierung, Flexibilisierung, Sozialraumorientierung und aktive Teilhabe mit neuen Managementprozessen und gezielten Investitionen in digitale oder hybride Dienstleistungen umgesetzt werden?

Europäische Konferenz des Sozialwesens als Impulsgeber

Besuchen Sie die 30. Europäische Konferenz des Sozialwesens vom 8. bis 10. Juni 2022 in Hamburg und diskutieren Sie mit Expert:innen aus Verwaltung und Wissenschaft, Fachkräften, Träger und Organisationen sozialer Dienste über ihre Erfahrungen und neuen Ansätze. Wie gelang es Ihnen, sich auf die veränderten Bedürfnisse einzustellen und fachlich weiterzuentwickeln?

2022 Thema

Gestärkt aus der krise – Soziale innovationen für mehr teilhabe

Das Coronavirus und die Maßnahmen zu dessen Bekämpfung haben die Arbeit der sozialen Dienste massiv verändert. Der Krisenmodus erforderte von allen Beschäftigten einen  Einsatz bis an die Belastungsgrenzen und zeigte, wie essenziell soziale Berufe für das Funktionieren unserer Gesellschaft sind. Seit März 2020 dokumentiert das Europäische Soziale Netzwerk (ESN), wie sich in ganz Europa soziale Dienste in ihrer täglichen Arbeit mit Kindern und Familien, Menschen mit Behinderungen, Obdachlosen und älteren Menschen der Herkulesaufgabe mit viel Flexibilität und Kreativität stellten.

„Lasse niemals eine ernsthafte Krise ungenutzt verstreichen“ (Rahm Emanuel)

Einem Brennglas gleich legte die Corona-Krise bereits vorher bestehende Probleme offen und verstärkte sie. Zugleich ist sie ein Antreiber der Digitalisierung; digitale, flexible und dezentrale Arbeitsformen wurden durch sie rasant befördert. Sozialbehörden wurden darin bestärkt, mit freien Trägern wie auch privaten, kommerziellen Anbietern innovative Konzepte zu erproben sowie neue digitale Tools einzusetzen, sei es zur ortsunabhängigen Kommunikation oder für Analysen, Bedarfsprognosen oder zum Monitoring.

Investition in innovative Konzepte und digitalen Wandel

Im Rahmen unserer Arbeitsgruppen zur Digitalisierung und EU-Förderung haben wir mit ESN-Mitgliedern aus ganz Europa eine Reihe von Reformvorschlägen diskutiert, die dazu beitragen könnten, soziale Dienste zu modernen, resilienten Organisationen zu entwickeln. Der Finanzhaushalt der Europäischen Union für die Jahre 2021 bis 2027 wie auch europäische und nationale Fördertöpfe stellen Mittel bereit, um in die Transformation sozialer Dienste zu investieren. Deren Fokus auf innovative Konzepte und digitalen Wandel bietet die Möglichkeit, im sozialen Sektor gezielt in Modernisierung und Neugestaltung zu investieren.

Machen Sie mit! Teilen Sie Ihre Erfahrungen!

Beteiligen Sie sich an der Diskussion!  Wir bitten um Einreichungen von Ideen zu interaktiven Workshops, Podiumsdiskussionen oder Kurzpräsentationen von Projekten, die aufzeigen, wie der soziale Sektor gestärkt aus der Krise geht.

Strategische Veränderungen in Ihrer Organisation

  • Integrierte Ansätze, mit denen ressortübergreifende Dienste zusammengeführt werden können (z. B. aus den Bereichen Soziales, Gesundheit, Bildung oder Beschäftigung).
  • Neue Modelle zur Auftragsvergabe, um eine krisenfeste Zusammenarbeit mit Sozialdienstleistern zu gewährleisten.
  • Modelle kollektiver Intelligenz, die mit Hilfe maschinellen Lernens Trends vorhersagen und Planungen vereinfachen können.
  • Informationssysteme zum Datenmanagement, um das Sammeln, Analysieren und Nutzen von Daten zu verbessern.
  • Standards in der Digitalisierung sozialer Dienstleistungen, die von allen an der Planung, Erbringung und Evaluierung von sozialen Dienstleistungen beteiligten Stellen gemeinsam genutzt werden.
  • Standards, die zur Qualitätssicherung in der Arbeit von Sozialbehörden und Dienstleistern beitragen
  • Verstärkte Modernisierung der öffentlichen Verwaltung, durch die Automatisierung bestehender Prozesse und neue Verfahren im Kontakt zu Klient:innen
  • Erweiterte Telepflege-Programme, die z.B. die Durchführung, Unterstützung und Evaluation von Pflegedienstleistungen aus der Ferne beinhalten.

Investitionen in die Beschäftigten

  • Neue Berufsbilder, die an die wechselnden Bedürfnisse der Menschen, die soziale Dienstleistungen in Anspruch nehmen, angepasst sind.
  • Neue Strategien für die Aus- und Weiterbildung von Beschäftigten, die an die sich wandelnden Bedürfnissen von Menschen angepasst sind
  • Innovative Programme, mit denen die Bindung und das Wohlbefinden der Beschäftigten in den sozialen Diensten verbessert werden.
  • Konzepte und Hilfsmittel, die Angestellten in Sozialdiensten helfen ihre Aufgaben einfacher zu erledigen, und die zu Resilienz im Beruf beitragen
  • Entwicklung von Instrumenten, mit denen große Mengen quantitativer und qualitativer Daten ausgewertet werden können, um Beschäftigte sozialer Dienste in der Entscheidungsfindung zu unterstützen.
  • Verbesserung der Datenverwaltung und des Datenaustauschs zwischen den Anbietern durch gemeinsame digitale Protokolle und Plattformen, auf die Beschäftigte und Dienstleistungsnutzer:innen auf verschiedenen Ebenen zugreifen können.
  • Verbesserungen der digitalen Kompetenz der Beschäftigten sozialer Dienste durch gemeinsam von Entwicklern und Anwendern gestaltete Modelle.

Verbesserung der Erfahrungen von Menschen, die soziale Dienstleistungen in Anspruch nehmen

  • Neue Ansätze, um Dienstleistungsnutzer:innen in die Gestaltung von sozialen Dienstleistungen einzubinden.
  • Programme zur Neugestaltung von sozialen Dienstleistungen im direkten Kontakt, um sie besser zugänglich und effizienter zu machen.
  • Programme zur Umgestaltung der Betreuung von Kindern und Jugendlichen.
  • Programme zur Neugestaltung der sozialen Arbeit mit Kindern und Familien, einschließlich präventiver Ansätze, die verhindern, dass Kinder aus ihrem familiären Umfeld genommen werden müssen.
  • Wohnorts- und gemeindenahe Modelle, um Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen dabei zu unterstützen, in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben zu können.
  • Innovative Ansätze zur sozialen Inklusion von unbegleiteten minderjährigen Migrant:innen und Flüchtlingen.
  • Integrierte Programme für Beschäftigung und soziale Inklusion von arbeitsmarktfernen Menschen, in denen monetäre Leistungen und soziale Dienstleistungen miteinander verknüpft werden.
  • Gemeinsame Bedarfsanalyse durch Beschäftigte sozialer Dienste und Menschen, die selbst soziale Dienstleistungen in Anspruch nehmen.
  • Innovative gemeinschaftliche Ansätze (z. B. Co-Design oder Entwicklung digitaler Kompetenzen), um die Nutzung von Technologien durch Menschen, die soziale Dienstleistungen in Anspruch nehmen, bestmöglich zu steigern.
  • Digitalisierung des Zugangs zu sozialen Dienstleistungen durch Chatbots, Verbesserungen in Antragsverfahren, Digitalisierung von Antragsformularen sowie Apps, die die soziale Inklusion fördern.

Die Europäische Konferenz des Sozialwesens ist Ihre Gelegenheit, einen Beitrag zum größten Forum für Sozialfürsorge in Politik und Praxis in Europa zu leisten. Bringen Sie Ihre Arbeit und Erfahrung in die Diskussionen darüber ein, wie wir belastbare und zukunftsfähige soziale Dienste aufbauen und zugleich sicherstellen können, dass niemand zurückgelassen wird.

Deadlines

13. Dezember 2021; Beitragsvorschläge auf Französisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch
14. Dezember 2021: Beitragsvorschläge auf Englisch
31. Januar 2022: Bestätigung angenommener Vorschläge

Wie Sie Sich Bewerben

Reichen Sie hier Ihren Beitragsvorschlag ein