Eine starke Belegschaft für die Zukunft der Community Care

Vom 8. bis 10. Juli werden sich Fachkräfte der sozialen Dienste aus zahlreichen Ländern in Hamburg zur 28. Europäischen Konferenz des Sozialwesens treffen, um sich über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Community Care auszutauschen. Eine starke Belegschaft der sozialen Dienste ist unerlässlich, um Menschen in ihren Gemeinden zu unterstützen. Doch zunächst einmal: Was verstehen wir unter ‚Belegschaft der sozialen Dienste‘? Mit diesem Begriff bezeichnen wir beim ESN die Gesamtheit aller Fachkräfte, die in der Pflege und Betreuung von besonders gefährdeten Personengruppen in ihrer Gemeinde tätig sind. Sie sind dafür verantwortlich, Maßnahmen umzusetzen, und leisten all die Unterstützung, die Menschen benötigen, um ein unabhängiges Leben im eigenen Haushalt und im gewohnten Umfeld zu führen.

Eine effektive Unterstützung der Belegschaft in den sozialen Diensten erfordert Konzepte und Maßnahmen, die eine gute Ausbildung und Mitarbeiterorientierung, Supervision, Begleitung und den Erhalt von Arbeitsplätzen gewährleisten. Dazu gehört auch, Fachkräfte aus unterschiedlichen Sektoren (z. B. Gesundheit, Bildung, Justiz, Beschäftigung) zu unterstützen, um integrierte personenbezogene soziale Dienstleistungen anbieten zu können.

Diese Fragen werden in einer spannenden Debatte auf der Podiumsdiskussion 1 der ESSC behandelt, bei der drei international bekannte Referenten ihre Forschungsarbeiten und Erkenntnisse zum Thema vorstellen werden. Shereen Hussein, Professorin an der University of Kent in Großbritannien, wird die neuesten Forschungsergebnisse im Bereich der Kompetenzentwicklung und Arbeitsplatzsicherung für Beschäftigte in den sozialen Diensten vorstellen. Gianmario Gazzi, Präsident des Italienischen Nationalrats der Sozialarbeiter, wird auf Grundlage der beruflichen Erfahrung von Sozialarbeitern in Italien einige Erkenntnisse darlegen und Überlegungen anstellen, wie Sozialarbeiter partnerschaftlich mit allen Beteiligten in der Gemeinde zusammenarbeiten können, um die Schwächsten und Bedürftigsten in der Gemeinde zu unterstützen. Schließlich wird, Karin Christiansen, Professorin am Via University College in Dänemark ihre neuesten Erkenntnisse darüber vorstellen, wie die Einführung technologischer Hilfsmittel die Arbeitsaufgaben und Verantwortlichkeiten neu aufteilt und wie dieser Übergang zu digitalisierten sozialen Dienstleistungen so gestaltet werden kann, dass Nutzerinnen und Nutzer sozialer Dienste einbezogen und gestärkt werden.

Darüber hinaus wird es Workshops geben, die sich speziell mit der Entwicklung von Fähigkeiten und Methoden für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anbieter von Community Care befassen, und zwar  für unterschiedliche Personengruppen, darunter u. a.:

  • Maßnahmen zur Aufwertung sozialer Berufe (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Deutschland)
  • Ein ethischer und personalisierter Zugang zur Praxis der Sozialarbeit (Institut für Exzellenz in der Sozialfürsorge, Großbritannien)
  • Verbesserung von Ergebnissen für Kinder in Betreuung: Die Bedeutung der Professionalisierung und Weiterbildung von Verwaltungs- und Fachkräften (Schule für Kinderschutz, Frankreich)
  • Familienrat: moderierte förmliche Treffen zwischen Familienmitgliedern und Sozialarbeitern oder anderen Fachkräften (Départementrat Gironde, Frankreich)
  • Konekti: Besser zusammen! (W13, Belgien)
  • Bedürfnisse gefährdeter Familien in unseren Gemeinden berücksichtigen (Stiftung für soziale Fürsorgedienste, Malta)

… und verpassen Sie nicht die parallele Diskussion zum Thema ‚Safeguarding‘ am 10. Juli!

Quellen:

ESN-Bericht – „Investitionen in die Beschäftigten des Sozialwesens“ (engl.)